„Starke Schultern“ und schwache (Spar-)Konzepte.

Unsere Regierung hat vor einigen Monaten ein großes Sparpaket verabschiedet. Die Rede in diesem Zusammenhang war davon, dass starke Schultern mehr tragen sollenn als sogenannte schwache Schultern, was immer man darunter verstehen mag. Ich gehöre zu den „starken Schultern“ in diesem Lande, jedenfalls nach Definition durch den Steuertarif. Diesen „Status“  habe ich u. a. wie folgt erlangt:  Mit  14 Jahren bekam ich eine Lehrstelle als Schriftsetzer. Den Weg  zu meinem ersten Arbeitgeber, schlappe 10 km, fuhr ich täglich mit dem Fahrrad. Mein erstes „Radl“ hatte ich mir als 13-jähriger Bub beim Hopfenpflücken verdient.  Nach der Lehre holte ich die mittl. Reife nach und verdiente 1 Jahr kein Geld. Danach verpflichtete mich Vater Staat zur Landesverteidigung, wieder verdiente ich 18 Monate nur ein Taschengeld. Mein Studium  Anfang der 7oer Jahre, habe ich selbst finanziert. Wie es mir gelungen ist, die Summe von DM 6ooo.- hierfür aufzubringen, weiß ich heute nicht mehr. Aber an die stundenlangen Spaziergänge durch Münchens dämmrige Straßen erinnere ich mich genau, weil dadurch mein bohrender Hunger zurückgedrängt wurde.

Es machte Spaß, damals. Großen Spaß. Ja! Wehleidiges Klagen war uns fremd, mir und meinen Studien-Kollegen. Heute frage ich mich, wo diese Aufbruch-Stimmung  geblieben ist? Und wäre es nicht ein gute Idee, im Zuge der Realisierung eines ehrlichen und ehrgeizigen Sparpaketes diese Aufbruch-Stimmung erneut zu erzeugen? Zum Beispiel so: Alle, ausnahmslos ALLE, Subventionen abzuschaffen und zu sagen: Jeder ist (wieder) selbst seines Glückes Schmied! Und der Staat legt alle Parasiten, egal welcher Gesellschaftsschicht sie angehören, gnadenlos an die Leine und fordert von den „schwachen Schultern“, mehr zu trainieren; sprich sich um Schulabschluss und Ausbildung zu bemühen.

Ich weiß, ich träume. Aber ich wäre bereit, in diesem Falle freiwillig mehr Steuern zu bezahlen. Weil mir dieses Land - Deutschland - viele Chancen geboten hat. Und weil wir besseres verdient haben, als eine mutlose Regierung, die nicht einmal beim Sparen richtig rechnen kann!

Nix für ungut! In diesem Sinne

Ihr Sebastian G. Renner

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