Ein modernes Internetmärchen
Oder: Wie eine einfache Idee eine halbe Million Euros vom Himmel fallen lässt.
Es war einmal ein Fuhrmann, der lebte und arbeitete in einer großen Stadt.
Er hatte auch immer genug zu tun, denn die Stadt und das Umland der Stadt, in der er sein Gewerbe ausübte, lebt in großem Wohlstand. Viele Menschen möchten in dieser Stadt leben und arbeiten und auch die Scheidungsrate ist sehr hoch. Für einen wackeren Fuhrmann, auch Umzugsspedition genannt, ein idealer Standort, um immer genug Aufträge zu bekommen. Doch leider: je mehr Aufträge zu holen sind, desto mehr Fuhrleute balgen sich um dieselben. Unser Fuhrmann hat deshalb nicht viel Grund zum Lachen, denn Konkurrenz belebt zwar das Geschäft, verdirbt aber auch die Preise!
Gibt es einen Ausweg aus der Preisfalle?
Der Fuhrmann hatte plötzlich eine Idee: Wie wäre es denn, einen weisen Mann (oder Frau) um Rat zu fragen, es nicht Mittel und Wege gibt, diesem lästigen Preisgefeilsche zu entkommen? Er schaute sich also um, fragte seine Freunde und Geschäftspartner ob sie jemand kennen, der sich in der seltsamen Disziplin Marketing auskennt. Flugs kamen auch einige gut gekleidete Gestalten in sein Geschäft und er schilderte sein Anliegen: Ich möchte nicht nur Arbeit bekommen, sondern mit meiner elenden Plackerei gutes Geld verdienen. Die Berater nickten verständnisvoll, was sie jedoch antworteten, das verstand er nicht. Er fragte einen der Berater, in welcher Sprache sie denn ihre Ideen vortragen würden. Der Angesprochene schaute den Fuhrunternehmer etwas erstaunt an und entgegnete mit mildem Lächeln: „Natürlich in Deutsch, mein Bester“. Der Fuhrmann aber dachte bei sich: Wenn ich nicht verstehe, was ich kaufen soll, so kaufe ich eben nix. Basta!
Eine schicksalhafte Begegnung?
Doch das Schicksal meinte es gut mit ihm. Bei einem Seminar lernte er einen weisen Mann kennen, dessen Sprache er verstand. Also bat er ihn um Hilfe. Der Berater fachsimpelte nicht lange herum, sondern sagte zu dem Fuhrmann: Am besten fragen wir die Leute, die bei Dir Kunden werden sollen, wie sie’s denn haben wollen. Wenn Du das weißt, dann kannst Du Deinen Fuhrbetrieb danach ausrichten. Flugs wurde ein sogenannter Kunden-Workshop organisiert, und die Teilnehmer machten dabei deutlich welchen Service sie haben möchten und welchen nicht. Und vor allem: Für welchen Service sie bereit wären einige Taler zusätzlich springen zu lassen.

Kunden entwickeln Service-Ideen und bewerten Sie.
Der Fuhrmann war begeistert und der Berater zauberte nach diesem Workshop einen Internetauftritt, der genau die Wünsche der Kunden wiederspiegelte.
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Zielgruppengerechte Internetseiten.
Schließlich gelang es der jungen Mannschaft, die sich um den alten, weisen Berater gruppiert hat, auch in Google eine exzellente Position zu erreichen.
Der Fuhrmann bekam dadurch von Monat zu Monat immer mehr Anfragen und zwar von Kunden, die er haben wollte. Somit hatte die Geschichte ein gutes Ende genommen und alle leben nun glücklich und zufrieden weiter! Nein – jetzt fängt das gute Ende erst an!
Eine märchenhafte Verbindung!
Zur gleichen Zeit hatte die junge, pfiffige Marketingleiterin eines großen Wohnungsbau-Unternehmens, das in der gleichen Stadt residiert, eine gute Idee: Man könnte doch - um das Geschäft noch mehr anzukurbeln - einen Umzugsgutschein anbieten, denn oftmals kommt ein Kauf deshalb nicht zustande, weil Kunden die mühselige Arbeit scheuen, die mit einem Umzug verbunden ist. Da die Idee, einen Umzugsgutschein anzubieten, ihrem Chef gefiel, machte sich die Marketingleiterin auf den Weg, ein seriöses Umzugsunternehmen zu finden, das die Umzüge durchführen könnte. Natürlich suchte sie im Internet und gab folgenden Suchbegriff ein: “Umzüge München”. Kein Wunder, dass sie auf den top positionierten Internetseiten unseres Fuhrmanns landete. Da nun ein Partnerunternehmen gefunden wurde, ließ das Wohnungsbauunternehmen 200 Gutscheine mit einem Wert von jeweils 2500.- Euro drucken, die an die Kunden verteilt werden. So kam unser Fuhrmann zu einem Auftragsvolumen von € 500 000.- und so endet jetzt das wahre Internetmärchen . . .
In diesem Sinne
Ihr Sebastian G. Renner