Was Web-Dienstleister (sich) alles leisten!

Oder: Warum der gute alte Korrektor wieder tätig werden sollte.

“Mittelmäßige Leistungen schaffen Freunde, Erfolge ziehen Feindschaften nach sich” (Oscar Wilde). In jedem Zitat steckt ein Teil Wahrheit, bezogen auf die Qualifikation mancher Onlinemarketing-Dienstleister ist diese Lebenserfahrung leider traurige Realität. Schauen wir uns einmal an welche „mittelmäßige“ Webdesign-Dienstleistungen deutsche Unternehmen (immer noch) honorieren. Ich habe mir dazu die Homepage einer Internetagentur angeschaut und folgendes festgestellt:

Deutsche Sprache, schwere Sprache!
Jedenfalls betrifft das die Homepage des Testkandidaten, den ich der Einfachkeit halber jetzt www.schreddermedia.de nenne. (Hinweis für eifrige Juristen: Der Name ist eine Erfindung von mir, evtl. Namensrechte werden hiermit von mir beansprucht, Schadensersatzansprüche können nur mir gegenüber geltend gemacht werden).
Doch lassen Sie mich nun einige Sätze aus der Eigenwerbung dieser Firma zitieren:

„Für Sie als Unternehmer erarbeiten wir Schritt für Schritt gemeinsam die passenden Medien, um Ihre Firma optimal zu repräsentieren“ Ist doch eine spannende Aussage, oder nicht? Eine Internetagentur erarbeitet Medien, fragt sich jedoch welche? Ich habe immer gedacht, dass eine Web-Agentur sich der vorhandenen Medien bedient und kreative Inhalte, sprich Homepages erstellt. Aber es kommt noch schöner: In diesem einzigen Satz sind 3 Grammatikfehler enthalten! Welche es sind erspare ich mir und ihnen aufzuzählen.

„Eine Linie in allen Dingen – Das ist nicht nur ein Leitfaden für Ihr Unternehmen, sondern ein „Muss“ für ein erfolgreiches Publishing Ihrer Firma.“ Verstehe diesen Satz wer will – ich fühle mich überfordert! Die Groß- und Kleinschreibung lassen wir dabei unberücksichtigt. Dabei bietet diese Firma doch eine überzeugende „Produktdiensleistung“ an! Welch ein Gewinn für unsere Branche!

Ehrenrettung? Fehlanzeige!
Da ich als gutmütiger, nur zuweilen cholerischer Mensch gelte, und zudem durch das Erreichen eines gewissen Lebensalters etwas „altersmilde“ geworden bin (das behauptet nicht nur meine Frau), wollte ich der Firma www.schreddermedia.de noch eine Chance geben und klickte auf eine Internetadresse, die als deren Referenz ausgewiesen wurde. Vielleicht, so meine fürsorgliche Erwartung, sorgt bei www.schreddermedia.de ein Korrektor für ordentliches Deutsch, damit man sich bei den Agenturkunden nicht blamiert. Früher, als der gute alte Setzer noch für die Wiedergabe von Texten verantwortlich zeichnete, gab es in jeder Druckerei eine wichtige Instanz: Den Korrektor, einen Menschen, der schrecklich nervte, aber auch dafür sorgte, dass in einem Druckwerk keine Orthographie- oder Grammatikfehler enthalten waren. Leider: www.schreddermedia.de beschäftigt leider keine/n Korrektor/in  wie die folgende Seite beweist:

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Noch Fragen? Nein? Bei mir ist noch eine Frage offen, die sich an Sie, die Kunden richtet: Wenn Ihre Qualitätssicherung so fehlerhaft arbeiten würde, wie viele Kunden würden bei Ihnen kaufen und zu Stammkunden werden?

In diesem Sinne
Ihr Sebastian G. Renner

4 Reaktionen zu “Was Web-Dienstleister (sich) alles leisten!”

  1. Mr. Blogger

    hi…

    exellent…

  2. Zwoggel

    Da kann ich Ihnen nur zustimmen!

    Welche Internetseite hat denn in der heutigen Zeit keine Schreibfehler? Selbst die großen Newsseiten haben in manchen Texten große Schnitzer drin. Wobei man bei solchen Seiten eigentlich davon ausgeht, dass diese Seiten sich mit der Text-Qualität auseinander setzen.

  3. beep

    Ich finde dieses Thema kann man von 2 Seiten betrachten. Einerseits ist es ein absolutes Unding, dass die Web-Dienstleister sich solche Patzer leisten. Es ist wirklich unmöglich. Aber die Unternehmen, die Ihre Internetseite veröffentlichen lassen, müssten sich dann auch einmal die Arbeit, für die - wahrscheinlich nicht zu knapp - bezahlt haben, genau anschauen. Und spätestens dann muss ihnen doch auffallen, was auf ihrer Internetseite passiert. Und wenn sie das nicht machen sind sie doch auch irgendwie selbst dran Schuld, oder?! weil wie heißt es doch so schön, wenn du dich auf andere verlässt, bist du verlassen.

  4. S.Renner

    Hallo beep,

    klar, ich wundere mich auch immer wieder, warum sich Kunden nicht anschauen, was sie bekommen. Trotzdem: Wer in der Kommunikationsbranche tätig ist, sollte kein gestörtes Verhältnis zu seiner Muttersprache haben. Insofern gebe ich den schwarzen Peter hier eindeutig
    den web-Dienstleistern. Es gibt ja auch Korrekturprogramme, die nix kosten!

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